Pettorano Sul Gizio zwischen Naturraum und Dorfgeschichte

File:Pettorano sul Gizio - Castello Cantelmo 29.JPG File:Pettorano sul Gizio - Castello Cantelmo 29.JPG Foto: Pietro via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Pettorano sul Gizio verbindet einen geschützten Naturraum mit Zeugnissen der Ortsgeschichte. Das historische Zentrum liegt innerhalb des Schutzgebiets Riserva Naturale Regionale Monte Genzana Alto Gizio. Wenn Sie ein Hotel in Pettorano sul Gizio auswählen, können Sie Ihren Aufenthalt deshalb nach unterschiedlichen Schwerpunkten planen: Natur, historische Bauwerke, regionale Traditionen oder eine Verbindung dieser Themen.

Naturraum zwischen Gizio und Monte Genzana

Die Riserva Naturale Regionale Monte Genzana Alto Gizio umfasst 3.162 Hektar und liegt vollständig im Gemeindegebiet von Pettorano sul Gizio. Ihre Höhenlage reicht vom Fluss Gizio auf 530 Metern bis zum Monte Genzana auf 2.170 Metern. Diese Spannweite beschreibt einen Naturraum mit deutlichen landschaftlichen Übergängen und ist für die Einordnung des Ortes wichtiger als eine pauschale Bezeichnung als Bergziel.

Zum Schutzgebiet gehören die Flusslandschaften des Gizio und des Torrente Riaccio, artenreiche Mischwälder mit vorherrschenden Flaumeichen und Hainbuchen, Buchenwälder, subalpine Krummholz- und Strauchgesellschaften sowie alpine Gipfelwiesen. Im Schutzgebiet und in angrenzenden Gebieten kommen der Marsische Braunbär (Ursus arctos marsicanus) und der Wolf (Canis lupus) vor. Beide Arten sind nach EU-Richtlinien als Arten von gemeinschaftlichem Interesse ausgewiesen. Diese Einstufung benennt ihre Schutzrelevanz, sagt jedoch nichts über eine mögliche Beobachtung während Ihres Aufenthalts aus.

Castello, Museum und historische Ortsmitte

Das Castello Cantelmo steht auf dem Hügel Guardiola und überblickt das Tal des Gizio sowie die Valle Peligna. Im Castello ist das Museo del Territorio untergebracht. Inhaltlich befasst sich das Museum mit dem historischen und umweltbezogenen Verhältnis zwischen Mensch und Natur.

Das historische Zentrum bewahrt Reste der Befestigungsmauer und fünf erhaltene Zugangstore: Porta San Nicola, Porta Mulino, Porta Santa Margherita, Porta San Marco und Porta Cencio. Zu den sakralen Bauwerken gehört die Chiesa della Madonna della Libera mit einem Marmoraltar und einem Gemälde der Madonna della Libera. Die Chiesa di San Nicola zählt zu den ältesten Kirchen von Pettorano; erstmals ist sie in einem päpstlichen Dokument Paschalis' II. aus dem Jahr 1112 belegt. An ihrem Fassadenarchitrav befindet sich außerdem eine Inschrift aus dem 12. bis 13. Jahrhundert.

Die Chiesa di San Giovanni ist erstmals in Dokumenten aus den Jahren 1183 und 1188 belegt und bewahrt ein steinernes Weihwasserbecken. Die Chiesa di San Rocco wurde nach der Pest errichtet, die 1656 die Bevölkerung von Pettorano sul Gizio stark dezimierte. Sie steht im Ortskern und damit nicht außerhalb der Stadtmauern, wie es bei Kirchen dieses Patroziniums sonst üblich war. An der Chiesa Madre befindet sich ein rechteckiges Portal, das 1842 aus dem Convento del Carmine hierher versetzt wurde. Reliefs mit fantastischen Tieren und pflanzlichen Elementen schmücken das Portal; zwei vollplastische Löwen tragen den Bogen.

Auch La Castaldina und Palazzo Croce ergänzen das historische Bild. La Castaldina war ursprünglich der Wohnsitz der Castaldo, der Verwalter der Familie Cantelmo. Ein Eingriff im 18. Jahrhundert verlieh dem Bau sein charakteristisches spätbarockes Erscheinungsbild. Palazzo Croce bewahrt in seinem Atrium ein epigraphisches Fragment des Edictum Diocletiani.

Wasser, Mühlen und industrielle Archäologie

Der Parco di Archeologia Industriale am Gizio dokumentiert die Verbindung von Wasserlauf und früherer Nutzung. Zum Park gehören drei Mühlen mit horizontalen Wasserrädern: die Mühlen De Stephanis, Cantelmo und Comunale. Hinzu kommt eine Walk- beziehungsweise Hammermühle der Cantelmo. Wasserableitungskanäle und Regelwerke mit Schleusen gehören ebenfalls zu diesem System.

Der Park umfasst außerdem den Fluss Gizio und seine Quellen, einen botanischen Garten mit Picknickbereich sowie eine Pflanzenkläranlage. Dadurch stehen technische Anlagen, Gewässer und gestaltete Außenbereiche gemeinsam für eine eigenständige thematische Orientierung.

Traditionen und regionale Küche

Die Sagra della Polenta lässt sich in Pettorano sul Gizio bis zum Beginn der 1960er-Jahre zurückverfolgen. Im Mittelpunkt steht ein traditionelles Gericht der Valle Peligna aus Mais, das mit einer Sauce aus Schweinefleisch verfeinert wird. Die Veranstaltung verweist damit auf eine regionale Esskultur, die sich von den Natur- und Bauwerksthemen des Ortes unterscheidet und bei der Reiseplanung einen eigenen Schwerpunkt bilden kann.

Zur Silvesternachtstradition gehört eine Glückwunschserenade: Gruppen von Frauen ziehen in der Neujahrsnacht singend durch den Ort. Beim Karneval führt ein maskierter Umzug zu Fuß sowie auf festlich geschmückten Pferden, Maultieren und Eseln zur Piazza della Prece im Ortszentrum. Dort findet die erste Lesung des Testaments statt. Diese Bräuche geben dem Ort neben seiner Architektur eine soziale und jahreszeitliche Dimension, ohne dass damit ein bestimmter Veranstaltungstermin für Ihren Aufenthalt verbunden ist.

Anreise und kurze Wanderverbindung

Die Via Napoleonica folgt von Sulmona dem Gizio-Tal bis zum Piano delle Cinquemiglia. Von Sulmona aus gelangte man über beide Ufer des Gizio in die Umgebung von Pettorano sul Gizio. Für die Anreise ist außerdem die Bahnstation Sulmona ein relevanter Bezugspunkt: Von dort aus kann die Weiterfahrt mit dem TUA-Bus erfolgen, wobei täglich nur wenige Fahrten verkehren. Das ist bei der zeitlichen Planung einer Unterkunft und einzelner Ausflüge zu berücksichtigen.

Für eine kurze Wanderung führt der Sentiero 5 von einem Ausgangspunkt nahe der Ponte della Vittoria südlich von Pettorano sul Gizio auf 600 Metern Höhe zu den Kaskaden des Torrente Riaccio. So lassen sich bei der Auswahl eines Hotels unterschiedliche Tagesinteressen voneinander trennen: Ortsgeschichte und Sakralbauten liegen im historischen Umfeld, während der beschriebene Weg südlich des Ortes beginnt.

Weitere Reiseziele zur Orientierung sind Cappadocia, Castel Di Sangro, Cansano, Ateleta, Aielli, Opi, Sulmona und Celano.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: L-Aquila.

Unterkünfte in Pettorano Sul Gizio vergleichen

Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.

Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com
Anzeige