Voitsberg: Historische Wege, Kunst und Ausflugsziele
Voitsberg verbindet auf engem thematischem Raum mittelalterliche Spuren, barocke Innenräume, moderne Kunst und Wege durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Wenn Sie eine Reise mit kulturellen Eindrücken, Spaziergängen und besonderen Ausflugszielen planen, finden Sie hier mehrere klar unterscheidbare Anlaufpunkte. Die Stadt lässt sich dabei sowohl über einzelne Bauwerke als auch über historische Wege und Museen erschließen.
Historische Spuren im Stadtbild
Die St.-Josefs-Kirche wurde von 1690 bis 1708 als Klosterkirche errichtet. Ihre Innenausstattung aus Barock und Rokoko setzt einen deutlichen kunsthistorischen Akzent. Einen anderen Blick auf die Vergangenheit eröffnet das ehemalige Judenviertel von Voitsberg: Im Mittelalter bis etwa 1493 besaß es eine eigene Synagoge. Beide Themen machen sichtbar, dass die Geschichte des Ortes nicht auf eine einzelne Epoche begrenzt ist.
Das Romhaus wurde 1536 im spätgotischen Stil mit Tor und Laubengang erneuert. Noch weiter zurück reicht die Geschichte der Burgruine Obervoitsberg. Sie geht auf eine Burg zurück, die 1164 im Auftrag des steirischen Landesherrn Ottokar IV. auf Grund des Stifts St. Lambrecht errichtet wurde. Die erste urkundlich belegte Namensnennung stammt aus dem Jahr 1183. Damit bietet die Ruine einen besonders langen historischen Zeitbogen, der sich gut mit einem Rundgang durch die Stadt verbinden lässt.
Kunst und Museen mit eigenem Charakter
Im Arik-Brauer-Rathaus befindet sich eine ständige Galerie mit Werken heimischer Künstler. Darüber hinaus prägen rund 120 m² handbemalter Fliesen das Gebäude. Prof. Arik Brauer brachte sie in Mosaikform an den Außenwänden an; dargestellt sind Sprichwörter. Ebenfalls von Arik Brauer stammt die Gestaltung der Fassade des Voitsberger Rathauses aus dem Jahr 2002, bei der Sinnsprüche bildsprachlich umgesetzt wurden. So begegnen Ihnen an einem Rathaus sowohl eine Galerie als auch eine großflächige künstlerische Fassadengestaltung.
Die Hans-Deutscher-Gedenkstätte wurde in den 1950er Jahren von Künstlern der Sezession Graz geschaffen. Im Franz-Weiß-Museum sehen Sie auf zwei Etagen zahlreiche Holzschnitte, Hinterglasbilder, Erstlingswerke und einmalige Glasarbeiten des vielseitigen Künstlers. Das Kern Buam Museum besteht aus Holzteilen von zwei alten Bauernhäusern, die jeweils über 300 Jahre alt waren. Die Museen setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte: einmal das Werk eines einzelnen Künstlers, einmal historische Bauteile und einmal eine Gedenkstätte, die mit der Grazer Sezession verbunden ist.
Spazierwege, Parkanlagen und Bergbaugeschichte
Von der Burgruine Obervoitsberg führt entlang des Ostflügels der ehemaligen Stadtbefestigung ein Wanderweg ins Stadtzentrum. Um die Burgruine kann man jederzeit spazieren; die Ruine selbst ist nur bei Veranstaltungen geöffnet und zugänglich. Für Ihre Planung ist diese Unterscheidung wichtig: Der Weg und der Spaziergang um die Anlage stehen für Bewegung im Freien, während der Zugang zur Ruine an Veranstaltungen gebunden ist.
Auch das ehemalige Bergbaugelände des Energie-Erlebnisparks Zangtal verbindet Landschaft, Technik und Kultur. Es wird schrittweise in einen Landschaftspark mit den Themen Bergbau, Kunststraße, Energie und Natur umgewandelt. Eine Besonderheit dort ist der alte Schaufelradbagger „Leopold“. Schloss Greißenegg wiederum ist von einer Parkanlage und dem Naherholungsgebiet rund um den Grafenteich umgeben. Dadurch unterscheiden sich die Ausflugsziele deutlich: In Zangtal steht der Wandel eines Bergbaugeländes im Mittelpunkt, bei Schloss Greißenegg die Verbindung von Schloss, Parkanlage und Grafenteich.
Besichtigungen und Tagesplanung
Der historische Stadtrundgang durch Voitsberg ist nicht markiert. Er dient als Vorschlag, auf kürzestem Weg alle 35 Stationen zu besuchen. Sie sollten ihn daher als Orientierung für die eigene Reihenfolge verstehen und nicht als markierte Route. Das passt besonders zu einem Aufenthalt, bei dem Sie mehrere Bauwerke, Kunstpunkte und historische Orte in der Stadt miteinander verbinden möchten.
Für das Franz-Weiß-Museum sind Führungen nur auf Anfrage für Gruppen möglich. Besichtigungen und Führungen im Schloss Alt-Kainach sind von Anfang Mai bis Ende Oktober nach telefonischer Vereinbarung zwischen 08:00 und 18:00 Uhr möglich. Diese unterschiedlichen Regelungen beeinflussen die Tagesplanung: Das Museum richtet sich bei Führungen an Gruppen mit Anfrage, während Schloss Alt-Kainach ein klar abgegrenztes Zeitfenster und eine telefonische Vereinbarung voraussetzt.
Für eine Pause bietet sich das Café-Restaurant Piber an. Es ist von Mittwoch bis Montag von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet; die Küche ist von 11:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Wer mehrere Stationen an einem Tag verbindet, kann damit die Besichtigungszeiten von Museum und Schloss von einer eigenständigen gastronomischen Unterbrechung trennen.
Weitere Orte für Ihre Orientierung
Wenn Sie Ihre Reiseplanung über Voitsberg hinaus ordnen möchten, finden Sie außerdem Hirschegg-Piber-Sonnseite, Maria Lankowitz, Köflach, Hirschegg-Rein und Edelschrott als weitere Orte zur Auswahl.
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