La Chaux-De-Fonds: Uhrmacherkultur, Architektur und Natur
La Chaux-De-Fonds ist Teil des UNESCO-Ensembles „La Chaux-de-Fonds / Le Locle, Städtebau der Uhrenindustrie“, das nach grossen Bränden zu Beginn des 19. Jahrhunderts geplant wurde. Die offene Anlage aus parallelen Bändern verbindet Wohnhäuser und Werkstätten miteinander. Die im Ensemble dargestellte Uhrmacherkultur reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück und besteht bis heute fort. La Chaux-de-Fonds liegt auf etwa 1.000 Metern über dem Meeresspiegel.
Stadtbild und Architektur
Nach dem Brand vom 5. Mai 1794 wurde La Chaux-de-Fonds nach einem rationalen, rechteckigen Strassenraster wiederaufgebaut. Spätere Erweiterungen im Schachbrettmuster ermöglichten eine optimale Beleuchtung der Uhrmacherwerkstätten, die sich überwiegend in Gebäuden mit Südostausrichtung befanden. Ein eigenes architektonisches Kapitel bildet die Villa Fallet, ein zwischen 1906 und 1907 errichtetes Manifest des „Style sapin“. Die Pläne entwarf Charles-Edouard Jeanneret, der später unter dem Namen Le Corbusier bekannt wurde, unter der Aufsicht des Architekten René Chapallaz.
Der „Sapin“-Stil ist eine in La Chaux-de-Fonds entwickelte Variante des Jugendstils. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts an der dortigen Kunstschule und wurde von der lokalen Flora und Fauna inspiriert. Zum historischen Stadtbild gehört auch der Monumentalbrunnen, der 1888 als erstes dekoratives Monument von La Chaux-de-Fonds errichtet wurde und die Ankunft der fliessenden Wasserversorgung in der Stadt feierte.
Uhren und Museen
Das Musée international d’horlogerie verfügt über mehr als 10.000 Objekte sowie über historische und audiovisuelle Archive und Dokumente. Besucher können dort Uhrmacher bei der Arbeit im Restaurierungsatelier beobachten. Die Sammlungen des Musée d’histoire de La Chaux-de-Fonds umfassen fünf Hauptbereiche: Druckgrafiken, Postkarten und Fotografien; Numismatik; Waffen und Uniformen; Möbel; sowie Alltagsgegenstände.
Das Musée paysan et artisanal zeigt eine dem Feuer gewidmete Küche, ein holzverkleidetes Schlafzimmer, das zugleich als Arbeits- und Lebensraum diente, sowie eine Uhrmacherwerkstatt mit einem grossen Fenster. Im Maison Blanche sind individuelle Besichtigungen ohne vorherige Reservierung möglich; für den selbstständigen Rundgang wird eine Broschüre ausgeliehen.
Wege und Besichtigungen
Die offizielle Broschüre zu La Chaux-de-Fonds schlägt eine zweistündige Route zur Villa Turque von Le Corbusier sowie eine 45-minütige Route durch das historische Stadtzentrum vor. Das Musée des beaux-arts liegt im Stadtzentrum, fünf Gehminuten vom Bahnhof La Chaux-de-Fonds entfernt. Die Villa Fallet ist an mehreren Sonntagen im Jahr von 10 bis 17 Uhr öffentlich zugänglich; um 11 Uhr wird eine kostenlose Führung angeboten.
Im Umfeld von La Chaux-de-Fonds bietet der Chemin des 7 abeilles Spazierwege von etwa 1,5 bis 3 Stunden mit schönen Aussichtspunkten auf die Stadt.
Natur und Biodiversität
MUZOO präsentiert die Dauerausstellung „Plan B“ über Biodiversität und deren Bedrohungen. Das Vivarium von MUZOO bietet mit vergrösserten, bepflanzten und beleuchteten Terrarien einen Einblick in die Welt der Reptilien und Amphibien. Der Zoo Bois du Petit-Château in La Chaux-de-Fonds wurde 1891 gegründet und umfasst ebenfalls ein Vivarium.
Kulinarik
Die Food Tour La Chaux-de-Fonds ist ein gastronomischer Stadtrundgang, der Verkostungsstopps mit architektonischen Entdeckungen verbindet. Auf dem Programm stehen ein Käsebrett mit einem Glas Wein im Maison du Fromage Chez Sterchi, ein Burger oder ein Tagesgericht mit einem Glas Wein im Restaurant l’Union du Théâtre, ein Kaffee oder Tee im Café du Coin sowie ein Cupcake zum Mitnehmen bei Marijs'sSweetys oder samstags ein Gebäck von Le Panetier. Eine vegetarische Variante ist beim Hauptgericht verfügbar.
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