Engelthal: Klostergeschichte und Natur
Unterkünfte in Engelthal
Teile des ehemaligen Dominikanerinnenklosters, die Sankt-Willibalds-Kapelle und ausgewiesene Naturziele geben dem Ort ein historisch geprägtes Profil. Wenn Sie Ihren Aufenthalt planen, bieten diese Sehenswürdigkeiten konkrete Anhaltspunkte dafür, welche Themen Engelthal auszeichnen.
Kurzfakten zum Thema
- Das ehemalige Dominikanerinnenkloster wurde 1240 von Ulrich II. von Königstein gegründet.
- Von seiner Grundstruktur sind Tore, Mauerreste und Teile mehrerer Gebäude erhalten.
- Zur Befestigung zählen eine bis zu vier Meter hohe Ringmauer, drei Tore und ein Ringgraben aus dem 15. Jahrhundert.
- Die Sankt-Willibalds-Kapelle, auch „Kapellenscheune“ genannt, ist eine Kirchenruine und gilt als älteste Kirche Engelthals.
- Kapellenchor und Fachwerkscheune liegen unter einem gemeinsamen Dach.
- Der Hutanger ist als Biotop und Naturinformation zur alten Hirtenkultur ausgewiesen.
Ehemaliges Kloster und Befestigung
Die erhaltene Grundstruktur des Klosters zeigt bis heute Tore, Mauerreste und Teile mehrerer Gebäude. Zum ehemaligen Komplex gehören die Johanneskirche, das Kapitelhaus, der Speisesaal, das Siechenhaus, der Kreuzgang, der Kreuzgarten und Wirtschaftsgebäude. Die Liste veranschaulicht, dass das Kloster nicht nur aus einer Kirche bestand, sondern verschiedene Gebäude und Bereiche umfasste. Zugleich ist das literarische Leben des Klosters aus dem 14. Jahrhundert überliefert; es zeugt von der Mystik der Nonnen.
Auch die Befestigung lässt sich anhand konkreter Merkmale einordnen: Zum heute sichtbaren ehemaligen Klosterkomplex zählen eine bis zu vier Meter hohe Ringmauer mit drei Toren und ein Ringgraben, die im 15. Jahrhundert entstanden. Reste der Kalksteinmauer sind rings um das Dorf erhalten, besonders an der Nord- und Südseite; ihr Kern ist spätmittelalterlich. So verbinden sich im Ortsbild bauliche Überreste aus verschiedenen Abschnitten der Klostergeschichte.
Die Kapellenscheune und ihre Geschichte
Die Sankt-Willibalds-Kapelle ist eine Kirchenruine und die älteste Kirche in Engelthal. Ihre Bezeichnung „Kapellenscheune“ verweist auf die ungewöhnliche Bauform: Unter einem gemeinsamen Dach liegen der Chor einer ehemaligen Kapelle und eine in Fachwerk errichtete Scheune. Die erhaltenen Fragmente der Kapelle gehen auf einen Neubau im 14. Jahrhundert zurück.
Auch die zeitliche Einordnung reicht weiter zurück: An der Stelle der heutigen Kapelle befand sich wahrscheinlich zwischen 1057 und 1060 eine Kirche. Die Sankt-Willibalds-Kapelle ist älter als das Kloster. Möglicherweise diente sie zur Klosterzeit als Kirche für die Bevölkerung, die Bauern und die Bediensteten des Klosters, während die Nonnen die Johanneskirche nutzten. Am 7. Juli 2005 wurde die Kapelle wieder als kirchlicher Raum in Benutzung genommen und eingeweiht.
Vor der Kapelle wurde ein Platz mit einer Bank und Sitzstufen angelegt. Er ist als Aufenthaltszone und Treffpunkt für junge und alte Bewohner gedacht und dient zugleich als Anlaufstelle für Touristen. Damit gehört zur Geschichte des Bauwerks auch ein ausdrücklich als Aufenthalts- und Treffpunkt gestalteter Bereich im Außenraum.
Natur und Wege rund um Engelthal
Zu den Natur- und Kulturbezügen in Engelthal zählen der Hutanger und die Steinerne Rinne. Der Hutanger ist als Biotop und Naturinformation zur alten Hirtenkultur ausgewiesen. Die Steinerne Rinne bei Engelthal ist eine landschaftliche Sehenswürdigkeit am Frankenalb-Panoramaweg.
Der gut 60 Kilometer lange Frankenalb-Panoramaweg ist ein Rundweg, der um Engelthal, Offenhausen und Happurg verläuft. Früher hieß er Ulrich-von-Königstein-Weg. Er kann in drei Etappen oder als Tagestour auf kulturhistorischen Pfaden durch die zentrale Frankenalb erwandert werden und zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil naturbelassener Pfade aus. Die Strecke bietet damit eine andere Perspektive als die einzelnen Natur- und Geschichtsorte in Engelthal: Sie verbindet mehrere Orte in einer längeren Rundtour.
Als übergeordnetes Reiseziel bietet das Nürnberger Land einen weiteren Rahmen: Durch die Region verlaufen mehr als 3.000 Kilometer bestens markierte Wander- und gut ausgebaute Radwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Diese regionale Wegauswahl ist von der konkreten Panoramaweg-Runde zu unterscheiden, deren Verlauf und Länge eigens benannt sind.
Weitere Reiseziele entdecken: Kirchensittenbach, Lauf An Der Pegnitz, Hersbruck, Pommelsbrunn, Happurg, Schnaittach, Hartenstein, Altdorf Bei Nürnberg.
FAQ
Welche Gebäude gehörten zum ehemaligen Klosterkomplex?
Genannt werden die Johanneskirche, das Kapitelhaus, der Speisesaal, das Siechenhaus, der Kreuzgang, der Kreuzgarten und Wirtschaftsgebäude. Die erhaltene Grundstruktur umfasst Tore, Mauerreste und Teile mehrerer Gebäude.
Was bedeutet der Name „Kapellenscheune“?
Die Bezeichnung beschreibt die Bauform: Der Chor einer ehemaligen Kapelle und eine Fachwerkscheune befinden sich unter einem gemeinsamen Dach. Die Kapelle ist eine Kirchenruine; ihre erhaltenen Fragmente gehen auf einen Neubau im 14. Jahrhundert zurück.
Welche frühere Nutzung der Sankt-Willibalds-Kapelle ist überliefert?
Möglicherweise nutzten zur Klosterzeit die Bevölkerung, Bauern und Bediensteten die Kapelle als Kirche, während die Nonnen die Johanneskirche besuchten. Diese Zuordnung ist eine historische Möglichkeit, keine gesicherte Nutzungsangabe.
Was ist über die Klosterbefestigung bekannt?
Zum sichtbaren Komplex zählen eine bis zu vier Meter hohe Ringmauer mit drei Toren und ein Ringgraben aus dem 15. Jahrhundert. Kalksteinmauerreste sind rings um das Dorf erhalten, besonders im Norden und Süden; ihr Kern ist spätmittelalterlich.
Wie ist der Frankenalb-Panoramaweg angelegt?
Der gut 60 Kilometer lange Rundweg verläuft um Engelthal, Offenhausen und Happurg. Er kann in drei Etappen oder als Tagestour erwandert werden, führt über kulturhistorische Pfade und weist einen besonders hohen Anteil naturbelassener Pfade auf. Sein früherer Name war Ulrich-von-Königstein-Weg.
Welche Natur- und Kulturlandschaftsziele sind in Engelthal benannt?
Der Hutanger ist als Biotop und Naturinformation zur alten Hirtenkultur ausgewiesen. Die Steinerne Rinne bei Engelthal ist eine landschaftliche Sehenswürdigkeit am Frankenalb-Panoramaweg.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nürnberger Land.