Hohenberg an der Eger zwischen Burg, Eger und Porzellan
Unterkünfte in Hohenberg An Der Eger
File:Burgplatz in Hohenberg an der Eger 20251227 HOF3782 RAW-Export.png
Foto: PantheraLeo1359531 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Hohenberg an der Eger verbindet eine Burg über der Stadt, die Geschichte der regionalen Porzellanindustrie und eine von der Eger geprägte Landschaft. Für Sie ergeben sich damit sehr unterschiedliche Ausflugsziele: historische Bauwerke, Wege am Fluss, geologische Besonderheiten und Angebote für verschiedene Altersgruppen liegen in einem gemeinsamen örtlichen Zusammenhang.
Burg, Kirche und Porzellan als prägende Themen
Die Burg Hohenberg an der Eger wurde zwischen 1170 und 1222 zum Schutz einer alten Handelsstraße erbaut. Diese Straße führte von Osten über die Stadt Eger, heute Cheb, an Hohenberg vorbei. Ihre Geschichte steht damit in Verbindung mit einer früheren Verkehrsroute und erklärt einen wichtigen historischen Bezug des Ortes.
Zur älteren Ortsgeschichte gehört auch die Kirche St. Elisabeth. Sie entwickelte sich aus einer kleinen Kapelle, die zur Burg gehörte und ursprünglich der Pfarrei Arzberg unterstand. Eine Kirchenvisitation erwähnte sie 1508 erstmals als „Kapelle der seligen Jungfrau bei der Burg Hohenberg“. Im Inneren finden Sie einen 1949 von Marianne Wendt geschaffenen Altar, eine Kanzel und einen Taufstein aus rötlicher Terrakotta sowie ein 1952 von Albert Sterr geschnitztes Flügelretabel aus Eichenholz.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Porzellan. Das Porzellanikon in Hohenberg an der Eger befindet sich in der ehemaligen Villa von Carl Magnus Hutschenreuther und vermittelt die Geschichte der regionalen Porzellanindustrie. Beim Besuch des Werksverkaufs können Sie außerdem die Besonderheiten des Dibbern-Porzellans unmittelbar kennenlernen. Der „Milchhof“ beherbergt heute das Stadtarchiv und dient als Lernort für die Geschichte Hohenbergs.
Historische Spuren im Orts- und Flussraum
Am Übergang zwischen Ortsgeschichte und Landschaft steht das Confinhaus bei der Hohenberger Hammermühle. Es handelt sich um eine ehemalige Quarantänestation aus dem späten 18. Jahrhundert. Das Obergeschoss ist in Fachwerk ausgeführt, während das Satteldach später verändert wurde. Wanderer und Radfahrer, die seit dem 1. März 1996 den Grenzübergang bei der Hammermühle nach Tschechien nutzen, kommen vor der Überquerung der Egerbrücke am Confinhaus vorbei.
An der Egerbrücke bei der Pfeiffermühle steht seit November 1963 eine 2,40 Meter hohe Dudelsackpfeifer-Skulptur aus Muschelkalk. Sie erinnert an böhmische Musikanten, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Sommer nach Bayern zogen. Entworfen wurde die Skulptur von Oswald Hoffmann, gefertigt von Ludwig Deller. Ein weiteres Baudenkmal befindet sich in der Hirtengasse 2: Das ehemalige, 1768 bezeichnete Forsthaus ist ein eingeschossiger Mansardhalbwalmdachbau mit verputzten Außenflächen, Fachwerkgiebel und Granit-Türrahmung.
Eger, Quellen und geschützte Landschaft
Die Eger fließt auf deutscher Seite durch Weißenstadt, Röslau, Marktleuthen und Hohenberg an der Eger. Ihr Flusslauf bietet artenreiche Lebensräume mit unterschiedlichen Nährstoffgehalten. Die Auen sind durch Flussablagerungen nährstoffreich. Dadurch begegnen Ihnen entlang des Flusses nicht nur Wegverbindungen, sondern auch ein Landschaftsraum, in dem Wasserlauf, Auen und natürliche Lebensräume eng zusammengehören.
Die Carolinenquelle liegt auf der „Kuppelwiese“ im Naturpark „Kocherrangen“, nur wenige Meter von der Eger entfernt. Sie ist eine heilkräftige Mineralquelle. Von einem Parkplatz erreichen Sie die Quelle über eine in die Egeraue hinunterführende Forststraße in fünf Minuten zu Fuß. An der Quelle stehen weitere Schautafeln, unter anderem des Geoparks. Für Ihren Besuch lässt sich damit ein kurzer Fußweg mit Informationen zu Naturraum und Geologie verbinden.
Auch der Heiligenberg gehört zu den naturkundlich bedeutsamen Zielen: Er ist ein geschütztes Geotop von hohem geowissenschaftlichem Wert. Westlich der Stadt erhebt sich außerdem der Steinberg. Er ist 653 Meter hoch und liegt im Naturpark Fichtelgebirge. Diese beiden Orte setzen unterschiedliche Akzente zwischen geologischer Bedeutung und Landschaftserlebnis.
Wanderwege entlang der Eger
Der Themen-Wanderweg „Kaiserweg“ beginnt in Hohenberg und verläuft entlang der Eger. Informationstafeln behandeln die Geologie, Natur und Kulturgeschichte des Egertals.
Der Rundwanderweg 1 folgt der Eger flussabwärts und führt über einen steilen Aufstieg durch den Naturpark Kocherrangen mit schönen Talblicken zurück zum Burgplatz. Der Rundwanderweg 7 setzt einen anderen Schwerpunkt: Er führt am Wasserkraftwerk Hirschsprung vorbei und anschließend zu der Brücke in Richtung Gut Blumenthal, die auf die andere Uferseite zurückführt. Nach einer Abzweigung an der Brücke verläuft dieser Weg direkt am Ufer entlang in das Wellerthal. Der steile Anstieg auf Weg 1 und die Uferpassagen von Weg 7 sind dabei unterschiedliche Wegcharaktere, die Sie bei Ihrer persönlichen Planung berücksichtigen können.
Ausflugsziele für unterschiedliche Generationen
Der Sakura-Aktivpark wurde 2023 eröffnet. Dort gibt es Spielgeräte für kleine Kinder sowie Fitnessstationen für Seniorinnen und Senioren. Besonders eindrucksvoll ist der Park während der Kirschblüte im April. Damit bietet der Ort einen konkreten Anlaufpunkt, an dem Kinder und ältere Familienmitglieder jeweils eigene Beschäftigungsmöglichkeiten vorfinden.
Die Fatima-Kapelle wurde 2005 unter einer Eiche errichtet und noch im selben Jahr mit einer gestifteten Fatima-Madonna feierlich eingeweiht. Der Fatima-Gebetskreis trifft sich jeden Monat am 13. zu einer Andacht und betet den Rosenkranz nach den Bitten der Gottesmutter Maria.
Anreise und Orientierung vor Ort
Hohenberg an der Eger ist mit der Bahn über die Haltestelle Schirnding und mit dem Auto über die Bundesautobahnen A 9 und A 93 erreichbar. Vor Ort lassen sich die Ziele nach ihrem Charakter ordnen: Die Burg, St. Elisabeth, das Porzellanikon und der Milchhof stehen für Geschichte und Kultur; Eger, Carolinenquelle, Heiligenberg und Steinberg für Flussraum, Geologie und Naturpark; Kaiserweg sowie Rundwanderwege 1 und 7 für die Verbindung von Bewegung und Landschaft.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Schirnding.