Miasino am Ortasee: Kirchen, Villa Nigra und Waldwege
Miasino am Ortasee
Miasino ist ein Hügeldorf am Ostufer des Ortasees, umgeben von Kastanienwäldern und grünen Wiesen. Rund um Miasino verlaufen leichte Wege durch Buchen- und Kastanienwälder sowie große Wiesen. Verschiedene Vogelarten und Rehe lassen sich beobachten. Damit bietet der Ort neben seinen Bauwerken auch eine Landschaft, in der leichte Wege und Naturbeobachtungen ihren eigenen Platz haben.
Kirchen und religiöse Kunst
Die Kirche San Rocco wurde 1566 auf den Resten einer romanischen Kapelle errichtet. 1627 wurde San Rocco nach einem Entwurf des Mailänder Architekten Richini erweitert. In der Kirche befinden sich barocke Werke sowie Gemälde von Giorgio Bonola, G. C. Procaccini, Giuseppe Zanatta und G. B. Cantalupi. Während religiöser Feiern ist San Rocco frei zugänglich.
Die Pfarrkirche San Pietro wurde im 17. Jahrhundert nach einem Entwurf des Architekten Andrea Biffi auf Grundlage einer früheren romanischen Kirche errichtet. Spuren dieser früheren Kirche sind im Fundament des schiefen Glockenturms und in der halbkreisförmigen Apsis von San Pietro sichtbar. Zur Ausstattung gehören Fresken aus dem 18. Jahrhundert von L. Rossetti und S. Bianchi, eine Ikone von Scaramuzza sowie Gemälde von Luigi Garzi und Giorgio Bonola.
San Gottardo begann im 16. Jahrhundert als barocke Kapelle und wurde im folgenden Jahrhundert nach einem Entwurf des Architekten Andrea Biffi vollständig umgestaltet. Ein Chorfresko mit der Darstellung einer Heiligengalerie wird Fermo Stella da Caravaggio zugeschrieben. Alle 25 Jahre tragen die Gemeindemitglieder am Tag vor dem Fest der Kreuzerhöhung im September die Statue des Kruzifixes in einer Prozession zur Pfarrkirche San Gottardo. Am folgenden Tag bringen sie die Statue feierlich zum Castello zurück.
Das Oratorio di San Carlo wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als einschiffiger, viereckiger Bau mit einem Säulenportikus und einer Fassade mit Bögen errichtet. Das Oratorio di Santa Maria im Zentrum von Miasino entstand ebenfalls zu Beginn des 17. Jahrhunderts und besitzt Dekorationen aus dem 20. Jahrhundert von Rinaldi.
Villa Nigra und kulturelle Orte
Die Villa Nigra im Zentrum von Miasino wurde im 16. Jahrhundert als elegante ländliche Residenz errichtet. Zwischen 1680 und 1725 wurde Villa Nigra barock erweitert; ein Baukörper mit doppelter Loggia und ein neuer Flügel entstanden. Villa Nigra wird für öffentliche Kunstausstellungen, kulturelle Begegnungen und Konzerte genutzt. Alle Ausgaben des Festivals Miasino Jazz fanden im Ehrenhof der Villa Nigra statt.
Der Giardino dei Semplici verfügt seit 2018 über Informationstafeln zu den Heilwirkungen der Pflanzen. Sitzgelegenheiten ermöglichen es Besuchern, dort zu verweilen und sich zu entspannen. In der Ortslage Campello in Miasino wurde ein eisenzeitliches Grab entdeckt. Zu den Funden gehört ein Terrakottagefäß mit einer vorromischen Inschrift in nordetruskischen Schriftzeichen und in der Sprache der Lepontier.
Weitere Reiseziele: Armeno, Massino Visconti, Pettenasco, Orta San Giulio, Pella, Lesa.
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