Vodo Cadore: Wege, Berglandschaft und Ortsgeschichte
Unterkünfte in Vodo Cadore
File:Rio Rudan - Peaio, Vodo di Cadore, Belluno, Italia - 10 Luglio 2023 01.jpg
Foto: Giorgio Galeotti via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Wenn Sie Vodo Cadore als Reiseziel auswählen, erwartet Sie eine Verbindung aus Berglandschaft, historischen Wegen, sakraler Ortsgeschichte und landwirtschaftlichen Einblicken. Die verschiedenen Anlaufpunkte sprechen Reisende an, die ihren Aufenthalt nicht auf ein einziges Erlebnis begrenzen möchten: Neben dem Pelmo und dem Boite-Tal gehören ein markanter Stausee, eine ehemalige Bahntrasse, Kirchen aus mehreren Jahrhunderten und lokale Lebensmitteltraditionen zum Charakter des Ortes.
Wenn Sie neben Vodo Cadore weitere Reiseziele vergleichen möchten, können Sie auch San Vito Di Cadore, Masarè, Puos Dʼalpago, Livinallongo Del Col Di Lana, San Nicolò Di Comelico, Borca Di Cadore, Arabba und Belluno prüfen.
Lage: Vodo di Cadore liegt im Tal des Torrente Boite auf 910 Metern Höhe zwischen den Dolomitenmassiven Pelmo und Antelao.
Wasser und Bauwerk: Der Lago di Vodo ist ein künstlicher Stausee, der durch eine Staumauer am Boite unmittelbar unterhalb des Ortes entstanden ist. Die Vodo-Staumauer ist über 40 Meter hoch und als Kuppelstaumauer in Form eines Viertels einer Kugel ausgeführt.
Radroute: Die Lunga Via delle Dolomiti führt durch Vodo und verbindet in ihrer beschriebenen Streckenfolge Calalzo di Cadore, Pieve, Valle, Vodo, Borca und San Vito di Cadore.
Bahngeschichte: Die frühere Ferrovia delle Dolomiti hatte Bahnhöfe beziehungsweise Stationsgebäude in Peaio und Vodo. Am 17. Mai 1964 fuhr der letzte Zug; danach wurde die Bahn stillgelegt.
Kirchengeschichte: Die Existenz einer der heiligen Lucia gewidmeten Kirche ist in Vodo seit dem 13. Jahrhundert belegt.
Bergwege und Orientierung am Pelmo
Ein konkreter Bergbezug ergibt sich rund um das Rifugio Venezia. Die Schutzhütte liegt bei Campi di Rutorto an den südöstlichen Hängen des Pelmo in der Gemeinde Vodo di Cadore. Sie wurde 1892 als erste auf italienischem Boden in den Dolomiten errichtete Schutzhütte eingeweiht. Damit verbindet dieser Ort eine alpine Wegdestination mit einem historischen Bezug zur Entwicklung des Bergwanderns.
Vom Ausgangspunkt Vodo di Cadore–Forcella De Cuze aus ist das Rifugio Venezia über die Wege 493 und 471 in etwa 2 Stunden 30 Minuten bis 2 Stunden 45 Minuten erreichbar. Die ungefähre Zeitspanne ist für die Planung hilfreicher als eine scheinbar exakte Dauer: Sie zeigt, dass der Weg als eigenständiges Bergerlebnis mit einem klaren Ausgangspunkt und einer dokumentierten Gehzeit betrachtet werden kann.
Radfahren auf einer ehemaligen Bahntrasse
Die durch Vodo führende Lunga Via delle Dolomiti ist vollständig für den Verkehr gesperrt, asphaltiert und weist gleichmäßige, leicht zu bewältigende Steigungen auf. Für Ihre Planung bedeutet das eine klar beschriebene Verbindung, bei der nicht nur der Streckenverlauf, sondern auch der Belag und die Steigungscharakteristik bekannt sind.
Die Route folgt der Trasse der früheren Ferrovia delle Dolomiti. Diese Bahn wurde während des Ersten Weltkriegs errichtet und 1964 stillgelegt. Wer die Lunga Via nutzt, bewegt sich daher zugleich auf einer Strecke mit erkennbarem Verkehrsgeschichte-Bezug; Peaio und Vodo gehören zu den Orten, an denen die frühere Bahn durch Bahnhöfe beziehungsweise Stationsgebäude präsent war.
Kirchen und Erinnerungsorte in Vodo und Vinigo
Die Kirche Santa Lucia in Vodo ist durch ihren charakteristischen Glockenturm mit zinnenbekröntem Abschluss erkennbar. Der Bau bietet damit neben seinem hohen historischen Alter auch ein deutliches architektonisches Merkmal, an dem Sie ihn im Ortsbild unterscheiden können.
Eine weitere Jahreszahl gehört zur Kirche San Giovanni Battista in Vodo: Sie wurde am 25. Juni 1493 gegründet. Zusammen mit Santa Lucia wird dadurch die lange kirchengeschichtliche Entwicklung des Ortes greifbar, ohne dass beide Gebäude dieselbe historische Rolle erhalten.
Auch Vinigo erweitert den kulturellen Radius. Die heutige Kirche in Vinigo wurde zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert neu errichtet. In derselben Ortschaft ist von einer alten Mühle eine einfache und ebene Straße erreichbar. So lassen sich kulturgeschichtliche Ziele und ein kurzer, unkompliziert beschriebener Weg miteinander verbinden.
Mit Peaio ist außerdem der Name Italo Marchioni verbunden. Italo Marchioni (1868–1954), der in Vodo als Erfinder der Eistüte gilt, wurde am 21. Dezember 1868 in Peaio geboren. Ein ihm gewidmetes Gedenkkunstwerk wurde 2003 in Peaio aufgestellt. Der Ort erhält dadurch einen zusätzlichen Bezug zur lokalen Erinnerungskultur und zu einer Persönlichkeit, deren Lebensdaten und Zuschreibung konkret überliefert sind.
Milchproduktion und landwirtschaftliche Einblicke
Die lokale Wirtschaftsgeschichte lässt sich an der ersten offiziell gegründeten Latteria Sociale von Vodo nachvollziehen. Sie entstand am 16. November 1881; am folgenden Tag wurden dort Butter, Käse und Ricotta hergestellt. Diese Abfolge verbindet ein genau datiertes Gründungsereignis mit den Erzeugnissen, die dort unmittelbar danach produziert wurden.
Für Besucher bietet die Azienda Agricola Talamini De La Tela einen anderen Zugang zur regionalen Landwirtschaft. Der Betrieb ist als Fattoria Didattica zertifiziert und vermittelt Einblicke in die Milchproduktion und landwirtschaftliche Praktiken. Das macht den Hof zu einem eigenständigen Anlaufpunkt für Reisende, die neben Wegen, Bergen und Geschichte auch die Herstellung von Lebensmitteln kennenlernen möchten.
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