Lilienfeld: Winterwege, Muckenkogel und Stiftskultur
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Foto: Simon Legner ( User:simon04 ) via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Lilienfeld verbindet am Muckenkogel Wintersportgeschichte, Skitouren und Bergwege mit einer vielfältigen Kulturlandschaft. Für Ihren Aufenthalt finden Sie damit sowohl konkrete Wege und Aussichtspunkte als auch historische Ziele, Angebote für Kinder und einen Familien- und Pilgerradweg. Der Muckenkogel kann zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem urigen Einer-Sessellift erreicht werden; zugleich ist er bei Skitourengehern beliebt. Aktuelle Betriebszeiten oder eine bestimmte Pisten- und Liftverfügbarkeit sind damit nicht verbunden, doch die dokumentierten Berg- und Winterthemen geben eine klare Orientierung für die Auswahl Ihres Aufenthalts.
Wintersport und Wege am Muckenkogel
Der Muckenkogel ist eng mit der Geschichte des alpinen Skilaufs verbunden: Am 19. März 1905 veranstaltete Mathias Zdarsky dort den ersten Torlauf der alpinen Skigeschichte. Im Museum Lilienfeld wird außerdem die Erfolgsgeschichte eines als Begründer der alpinen Skitechnik geltenden Pioniers anhand sehenswerter Wintersportgeräte aus früheren Zeiten nachgezeichnet. Wer unterschiedliche Interessen in einer Reisegruppe verbinden möchte, findet am Berg neben dem Skitourenthema auch markierte Wanderwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden.
Für Einsteiger ist der Mathias Zdarsky-Erfinderweg besonders geeignet. Eine weitere konkrete Möglichkeit bietet der 2,5-stündige Rundweg: Er führt von der Bergstation über den Muckenkogel und die Hinteralm sowie über die Klosteralm zurück. Der Wasserfallsteig verläuft von der Talstation des Sessellifts Lilienfeld zur Lilienfelderhütte auf der Gschwendt. Dafür sind etwa 1,5 Stunden Gehzeit und eine Streckenlänge von ungefähr 1,5 Kilometern angegeben. Der Pater Exinger Weg führt von der Kreuzung Friedhofsgasse/Höhenstraße zum Stillen Tal; seine Gehzeit beträgt 40 bis 50 Minuten, die Strecke ist ungefähr 2 Kilometer lang.
Berglandschaft, Wald und Aussicht
Die Landschaft rund um Lilienfeld ist stark vom Wald geprägt. Drei Viertel des Bezirks Lilienfeld sind mit Wald bedeckt; der Bezirk gilt daher als die „Grüne Lunge“ Niederösterreichs. Auch die Pflanzenwelt setzt einen eigenen Akzent: Die Gipfel von Lilienfeld gelten sogar bei Botanikern als Orchideenberge. Die Orchideenroute verläuft auf halber Höhe entlang des steilen Bergmassivs und ergänzt die vorhandenen Bergwege um ein naturkundliches Thema.
Für Aussichten stehen mehrere unterschiedliche Punkte zur Verfügung. Die 1.313 Meter hohe Hinteralm ist der höchste Punkt von Lilienfeld. Von dort reicht der Blick nach Norden über das Donautal und nach Süden weit in die Alpen. Die Aussichtswarte auf dem 587 Meter hohen Parapluie liegt auf einer Felskanzel und bietet einen großartigen Blick auf das Stift Lilienfeld und den Spitzbrand. Im Stiftspark Lilienfeld führen verschlungene Wege durch eine Parklandschaft mit exotischen Bäumen, Bächen und kleinen Teichen. Der sogenannte „Chineser“ ist dort eine pagodenartige Aussichtswarte am höchsten Punkt des Parks.
Stift, Museum und Via Sacra
Das Zisterzienserstift Lilienfeld wurde 1202 vom Babenbergerherzog Leopold VI., dem Glorreichen, gegründet. Eine besondere historische Spur befindet sich auf dem Siegel jener Urkunde, mit der Herzog Friedrich II. der Streitbare die Gründung des Stiftes Lilienfeld bestätigte: Es zeigt erstmals den Bindenschild, das Wappen Österreichs.
Das Museum Lilienfeld befasst sich mit der Geschichte des Bezirks. Dazu gehören der Silber- und Kohlebergbau, die Wallfahrtsstraße nach Mariazell sowie die Industrie- und Naturgeschichte. Zu den gezeigten Objekten zählen unter anderem Mineralien und Fossilien. Lilienfeld gilt seit Beginn der Pilger- und Wallfahrtstradition als wichtiger Zwischenstopp an der Via Sacra. Bei der Klosteralm findet jährlich zu Mariä Geburt eine traditionelle Almmesse zum Almabtrieb statt. Im März wird außerdem jährlich das Nostalgieschirennen veranstaltet, das bei der Hütte startet.
Ziele für Familien und Tage ohne Skier
Neben den Bergzielen gibt es in Lilienfeld konkrete Möglichkeiten für gemeinsame Zeit außerhalb des Skisports. Das Freibad Lilienfeld bietet ein beheiztes Becken, ein Plantschi-Land für Kleinkinder, einen Spielbach und eine großzügige Liegewiese inmitten erholsamer Natur. In der Schreibstube des Stifts Lilienfeld können Kinder mittelalterliches Schreiben mit Feder und Tinte ausprobieren. Diese Ziele setzen andere Schwerpunkte als Muckenkogel, Wanderwege oder Skitouren und lassen sich daher unabhängig vom jeweiligen sportlichen Interesse betrachten.
Übernachten und unterwegs sein
Die Lilienfelder Hütte liegt auf 956 Metern und bietet bodenständige Küche mit Schmankerln von den umliegenden Bauernhöfen. Außerdem gibt es dort kuschelige Lager zur Übernachtung. Für Radfahrende führt der Traisental-Radweg auf dem Abschnitt über Wilhelmsburg nach Lilienfeld über asphaltierte Uferwege und ruhige Nebenstraßen; dort gibt es keine gröberen Steigungen. Der Radweg ist als Familien- und Pilgerradweg ausgewiesen und verläuft von Traismauer über St. Pölten, Lilienfeld und St. Aegyd am Neuwalde bis nach Mariazell.
Weitere Orte für Ihre regionale Orientierung: Oberried, Wienerbruck, Mitterbach Am Erlaufsee, Erlaufboden, Annaberg Bei Mariazell, Kaumberg, Ramsau Bei Hainfeld und Türnitz.
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