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Kaunerberg: Wasserwege, Natur und Kapellen

Unterkünfte in Kaunerberg

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Kaunerberg lässt sich über vier gut unterscheidbare Themen betrachten: historische Bewässerung, artenreiche Trockenrasen, Wanderungen und Kapellen. Für die Ausflugsplanung sind die konkreten Ziele unterschiedlich: Der Kaunerberger Wasserweg führt durch einen Bewässerungsstollen, zum Schnadigen Weiher gelangen Sie vom Parkplatz auf einem etwa zehnminütigen Kiesweg, und weitere Routen führen zu Almen oder einer Wallfahrtskirche.

File:Kaunerberg Kapelle Brauneben.jpg File:Kaunerberg Kapelle Brauneben.jpg Foto: Rudolfo56 via Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0-AT

Wasserwege und Bewässerung

Der Kaunerberger Wasserweg verläuft von der Mündung des Inns bei Faggen/Prutz über Kauns und Kaunerberg sowie durch die Weiler Unterfalpetan und Oberfalpetan zum Gallruthstollen. Die Wanderung kann in Kaunerberg begonnen werden. Ein besonderes Merkmal der Route ist ein etwa einen Kilometer langer Bewässerungsstollen. Wer sich für die Landschaft und ihre Nutzung interessiert, findet hier einen Weg, bei dem die Bewässerung selbst zum Thema wird.

Auch der Kaunerberger Hangkanal gehört zur Geschichte der Bewässerungslandschaft. Der 13 Kilometer lange Kanal bringt Wasser aus rund 2.000 Metern Höhe zu den Trockenhängen in Kaunerberg, Kauns und Faggen. Er wurde Ende der 1940er-Jahre mit Mitteln des Marshallplans gebaut. Seit 1947 gibt es in Kaunerberg außerdem eine der größten Obstplantagen Nordtirols. Diese Angaben geben dem Aufenthalt einen landwirtschaftlichen und historischen Bezug, ohne den Wasserweg und den Hangkanal zu einer einzigen Route gleichzusetzen.

Trockenrasen, Weiher und Artenvielfalt

Das Naturschutzgebiet Kauns-Kaunerberg-Faggen umfasst Trockenrasen, Felsbänder, Strauch- und Waldinseln sowie verwachsene Lesesteinmauern. Zusammen mit den Fließer Sonnenhängen bildet es den größten Trockenrasenkomplex Tirols. Bei Erhebungen in den 1970er-Jahren wurden dort über 500 Pflanzenarten, 1.100 Schmetterlingsarten und rund 150 Käferarten nachgewiesen. Die Zahlen beziehen sich auf diese historischen Erhebungen. Kaunerberg ist zudem ein wichtiger Bestandteil des Schutzgebiets für die Braunelle, die Tiroler Urbiene.

Der Schnadige Weiher ist ein Bewässerungsteich am Fuß der Hohen Aifnerspitze und von einem kleinen Waldstück umgeben. Am Parkplatz des Weihers können Sie das Auto abstellen; von dort führt ein etwa zehnminütiger, kinderwagentauglicher Kiesweg zum Teich. Für den Aufenthalt lässt sich damit ein konkreter Zugangspunkt einplanen, während die Route selbst überschaubar beschrieben ist, ohne dass daraus eine Gehzeit für andere Wege folgt.

Im Schnadigen Weiher oberhalb von Falpaus, einem Ortsteil von Kaunerberg, ist Fischen von April bis September möglich. Voraussetzung ist ein Nachweis der Fischerunterweisung. Prüfen Sie die Bedingungen vor Ihrer Anreise nochmals vor Ort.

Wanderungen und Pilgerwege

Der Panoramaweg Aifner Alm–Falkauns Alm ist eine Höhenwanderung am Sonnenbalkon des vorderen Kaunertales. Er verbindet zwei gemütliche Almen und ist durch geringe Steigungsmetern charakterisiert. Wenn Sie eine Tour mit einem klar benannten Höhenweg und zwei Almzielen suchen, unterscheidet sich dieses Angebot vom Weg, der durch den Bewässerungsstollen führt.

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Auch die Pilgerwege haben eigene Wegverläufe: Die Wege aus Kaunerberg und Kauns treffen kurz vor dem Engelsbach aufeinander. Ein Wanderweg führt von Kaunerberg über Unterfalpetan, Oberfalpetan und Wiesenhof zur Wallfahrtskirche Kaltenbrunn. Die Rolli-Wanderung Aifner Alm beginnt am Parkplatz an der Kaunerberger Straße oder an der Abzweigung zur Aifneralm und endet auf der Aifner Alm; beide Punkte liegen in Kaunerberg. Die Eignungsangabe bezieht sich auf Swiss-Trac-Nutzer. Da sich Wegbedingungen ändern können, prüfen Sie diese vor der Tour.

Kapellen und Baugeschichte

Die Kapellen unterscheiden sich in Lage, Bauform und Datierung. Die Kapelle Unterfalpetan befindet sich im gleichnamigen Ortsteil von Kaunerberg. In Prantach steht die Prantacherkapelle, ein großer einschiffiger Bau aus dem 17. Jahrhundert mit 3/8-Schluss. In ihrem Inneren befindet sich eine geschnitzte Gnadenmuttergottes; die Jahreszahl 1640 ist am Sockel bezeichnet. Damit bleiben Bauzeit und Beschriftung zwei unterschiedliche historische Angaben.

Die Kapelle Hl. Martin steht im Ortsteil Obwals, wurde 1866 erbaut und ist dem heiligen Martin geweiht. Die Kapelle Maierhof ist ein kleiner achteckiger Zentralbau im Weiler Mairhof aus dem Jahr 1677. Die Kapelle Brauneben wiederum ist eine kleine tonnengewölbte Kapelle in einem Wald im Ortsteil Brauneben und stammt aus dem 17. Jahrhundert. Ergänzend dazu wurde ein Kreuzweg zur Kapelle Nufels 1781 festgelegt. Diese verschiedenen Bauformen und Jahresangaben bieten mehrere konkrete Anknüpfungspunkte für einen kulturhistorisch geprägten Aufenthalt.

Weitere Reiseziele entdecken: Spiss, Nauders, Feichten Im Kaunertal, Landeck, Sankt Anton Am Arlberg, Ried Im Oberinntal, Serfaus, Kappl.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bezirk Landeck.

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