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Lahnau: Römergeschichte und Fachwerk

Unterkünfte in Lahnau

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Lahnau liegt etwa in der Mitte zwischen Gießen und Wetzlar auf der nördlichen Lahnseite. Für Reisende, die sich für Geschichte interessieren, bieten das Römische Forum Waldgirmes und das Heimatmuseum der Gemeinde unterschiedliche Zugänge: Hier stehen Fundstücke und römische Zusammenhänge im Mittelpunkt, dort auch historische Gebäude, Landwirtschaft und die Geschichte der Kelten, Römer und Germanen.

Augustus statue at the Roman Forum Waldgirmes Augustus statue at the Roman Forum Waldgirmes Foto: Xjvolker via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Römisches Forum Waldgirmes: Funde und Rekonstruktion

Im Besucherzentrum des Römischen Forums Waldgirmes werden zahlreiche Fundstücke, Repliken, Modelle und Informationstafeln präsentiert. Hinzu kommt ein 3D-Druck des Pferdekopfes. Die Ausstellung vereint damit unterschiedliche Formen der Vermittlung: Originalfunde stehen neben Nachbildungen und Modellen, während die Tafeln zusätzliche Informationen geben.

Auch die originalen Fundamente des Forums werden durch einen Nachbau erlebbar gemacht; außerdem steht dort eine Reiterstatue. Das Gelände und das Besucherzentrum setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Die rekonstruierte Anlage macht die Fundamente anschaulich, die Ausstellung versammelt Gegenstände und ergänzende Darstellungen. Führungen am Römischen Forum erläutern das friedliche Zusammenleben von Germanen und Römern sowie historische Zusammenhänge. Wer sich besonders für diesen historischen Austausch interessiert, findet damit neben den Ausstellungsstücken auch ein thematisch passendes Führungsangebot.

Das Heimatmuseum: Kulturdenkmal, Fachwerk und Ortsgeschichte

Das Gebäude des Heimatmuseums der Gemeinde Lahnau wurde 1840/1841 errichtet und ist selbst ein Kulturdenkmal. Zum Hof gehört eine große Hofreite mit einem Kern aus dem Jahr 1620. Eine Scheune aus dem 19. Jahrhundert ergänzt das Ensemble; beide Gebäude sind in Fachwerkbauweise ausgeführt. Schon der bauliche Rahmen verbindet somit verschiedene historische Zeitschichten.

In der Remise steht die Gussform für das Reiterstandbild Kaiser Augustus, das Heinrich Janke aus Braunfels geschaffen hat. Hinweistafeln informieren dort über die Geschichte der Kelten, Römer und Germanen sowie über die Ausgrabungen am Römischen Forum. Ein weiterer Schwerpunkt ist das ländliche Leben: Das Museum präsentiert einen Nachbau des Dorlarer Leiterhauses mit landwirtschaftlichen Ackergeräten. So treffen im Heimatmuseum Architektur, Ortsgeschichte und Gegenstände aus der Landwirtschaft aufeinander; die Themen reichen zugleich bis zu den Ausgrabungen in Waldgirmes.

Landschaft und regionale Einordnung

Lahnau liegt in einer reizvollen, waldreichen Landschaft mit guten landwirtschaftlichen Böden. Dieser Landschaftsaspekt ergänzt die Besuche der historischen Orte um einen eigenen Blick auf den Charakter des Orts. Für die Orientierung lohnt es sich, Lahnau als Reiseziel für sich zu betrachten und regionale Kulturangebote davon klar zu unterscheiden.

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Im übergeordneten Reiseziel Lahn-Dill-Kreis liegen weitere eigenständige Ziele in anderen Orten. In Wetzlar erinnert das Lottehaus an Goethes Begegnung mit Charlotte Buff und den Sommer 1772. Zwei Räume im ersten Stock beherbergen eine ständige Ausstellung zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Goethes erstem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. Ebenfalls in Wetzlar lädt der Optikparcours zum Experimentieren und Entdecken optischer Phänomene ein; dazu gehört ein begehbares Kaleidoskop.

In Dillenburg präsentiert die Villa Grün in mehr als 20 Räumen Objekte und detailgetreue Situationen der industriellen und handwerklichen Fertigung im Dillgebiet. Im Untergeschoss befindet sich außerdem eine aufwendige, medienreiche Bergbau-Ausstellung. In Solms-Oberbiel ist das Besucherbergwerk Grube Fortuna der einzige hessische Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Zum Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna gehören 50 historische Feld- und Grubenbahnlokomotiven sowie 100 Wagen; der Fahrbetrieb erfolgt nach Fahrplan.

Weitere Themen im Lahn-Dill-Kreis reichen von Technik und Industriegeschichte bis zu Natur und Aussicht. Die Glockenwelt Burg Greifenstein zeigt fast 100 Glocken in einem Rundgang durch eine tausendjährige deutsche Glockengeschichte. Von den Doppeltürmen der Burg Greifenstein bietet sich eine spektakuläre Aussicht. Das Herbstlabyrinth-Adventhöhlensystem in Breitscheid ist das größte Höhlensystem Hessens und zählt zu den bedeutendsten Höhlensystemen Deutschlands. Die Schauhöhle ist werktags beziehungsweise in den Ferien mit der RMV-Buslinie 510 bis zur Haltestelle Breitscheid, Rathaus erreichbar; von dort dauert der Fußweg etwa 20 bis 30 Minuten. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Für den Blick auf die Landschaft des Lahn-Dill-Kreises erschließen auch der überregional bekannte Lahn-Dill-Bergland-Pfad und der Lahnwanderweg regionale Wege; letzterer durchquert das Lahntal.

Weitere Reiseziele entdecken: Dietzhölztal, Aßlar, Haiger, Dillenburg, Leun, Mittenaar, Bischoffen, Siegbach.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lahn-Dill-Kreis.

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