Ascoli Piceno: Plätze, Travertin und römische Spuren
Unterkünfte in Provinz Ascoli Piceno
Ascoli Piceno verbindet ein markantes Travertin-Stadtbild mit römischen Spuren, mittelalterlichen Sakralbauten und Wegen durch das südwestliche Umland. Im historischen Zentrum stehen alte Gebäude aus Travertin dicht beieinander. Rundgänge zu Fuß eignen sich gut zur Besichtigung, da die Entfernungen innerhalb der Stadt kurz sind.
Kultur
Ein zentraler Ausgangspunkt ist die Piazza del Popolo, die in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts ihr heutiges regelmäßiges Erscheinungsbild erhielt. Die Piazza Arringo bildet das bürgerliche und religiöse Zentrum von Ascoli Piceno. An diesem Platz steht auch das Baptisterium San Giovanni, ein bedeutendes Beispiel romanischer Architektur. Es bewahrt sein ursprüngliches rundes Taufbecken, das für die Immersionstaufe bestimmt ist.
Die Kirche San Francesco erinnert an den Besuch des heiligen Franz von Assisi in Ascoli Piceno im Jahr 1215. Zugleich gilt sie als imposantes Beispiel gotischer Architektur; ihre Bauzeit erstreckte sich von 1258 bis 1549. Direkt neben der Kirche befindet sich die Loggia dei Mercanti, ein Bauwerk des 16. Jahrhunderts im Bramante-Stil. Auch die Kathedrale verbindet mehrere Zeitebenen: Sie steht am Ort eines römischen öffentlichen Gebäudes, während ihre Krypta die Reliquien des Heiligen bewahrt.
Zur antiken Stadtgeschichte gehören das römische Theater und mehrere erhaltene Bauwerke. Das römische Theater wurde zwischen 1932 und 1959 freigelegt und befindet sich weiterhin in Ausgrabung. Die Ponte Augusteo ist eine römische Brücke aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. über den Fluss Tronto. Nach Restaurierungsarbeiten in den 1930er-Jahren kann sie im Inneren durchquert werden. Die Porta Gemina bewahrt Reste römischer Mauern aus Opus reticulatum.
Das Museo Archeologico Statale di Ascoli Piceno präsentiert Sammlungen von der Vorgeschichte über die picenische Kultur bis zur römischen Epoche. Die historische Entwicklung reicht dabei bis zu Asculum, dem antiken Ascoli Piceno. Durch den Handel entlang der späteren Via Salaria nahm Asculum schon vor dem Bündnis mit den Piceni im Jahr 299 v. Kontakt zu Rom auf. Im restaurierten Forte Malatesta ist Renaissance-Befestigungsarchitektur zu sehen, die mit Antonio da Sangallo dem Jüngeren verbunden ist. Das Museo dell’Alto Medioevo im Forte zeigt kostbare Grabbeigaben aus der langobardischen Nekropole von Castel Trosino.
Zum kulturellen Angebot gehört außerdem das Museo dell'Arte Ceramica. Es verfügt über ein gut ausgestattetes Labor mit Töpferscheibe und Brennöfen. Die Quintana di Ascoli Piceno umfasst einen historischen Festumzug sowie ein Ritterturnier auf dem Campo de' Giochi. Zu ihrem traditionellen Programm gehören Ritterturniere im Juli und August.
Beim Besuch des Museo Archeologico Statale di Ascoli Piceno ist die Verkehrssituation am Gebäude zu beachten: Das Museum liegt in einer verkehrsbeschränkten Zone, die mit dem privaten Auto nicht bis zum Eingang befahren werden kann. Die nächstgelegenen Parkplätze an der Piazza della Viola und an der Porta Torricella sind kostenpflichtig.
Wege und Landschaft
Der Grande Anello dei Borghi Ascolani beginnt und endet in Ascoli Piceno und kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Etwa 80 Prozent der Strecke verlaufen auf historischen Wegen und Saumpfaden. Der Rundweg verbindet Ascoli Piceno mit der vielfältigen Landschaft südwestlich der Stadt.
Auch die Radverkehrsplanung reicht über einzelne innerstädtische Abschnitte hinaus. Ein kommunaler Rad- und Fußweg wurde teilweise in einer Flusslandschaft von hohem landschaftlichem Wert geplant. Darüber hinaus soll ein Radwegprojekt Ascoli Piceno über das Tronto-Tal mit der Küste verbinden. Beide Vorhaben sind als Planungen beziehungsweise als geplante Verbindung zu verstehen.
Kulinarische Traditionen
Zur lokalen Prägung gehört eine mit Fleisch gefüllte Spezialität, die im 19. Jahrhundert ihre heute bekannte Form erhielt und zu einem Symbol der Geselligkeit in Ascoli wurde. Ergänzt wird diese kulinarische Tradition durch Anisetta Meletti, einen natürlichen Likör aus der Destillation von Anissamen und aromatischen Gewürzen. Grundlage ist ein Originalrezept von 1870.
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