Villach im Winter: Gerlitzen, Seen und Kultur

File:Villach Burgplatz 1 Villacher Burg mit Kapelle SO-Ansicht 10052017 8405.jpg File:Villach Burgplatz 1 Villacher Burg mit Kapelle SO-Ansicht 10052017 8405.jpg Foto: Johann Jaritz via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Wer eine Unterkunft für den Skiurlaub in Villach auswählt, sollte zuerst den gewünschten Schwerpunkt festlegen: Die Gerlitzen Alpe steht für ein breites Wintersportangebot, während Seen, Naturwege und historische Orte weitere Möglichkeiten für gemeinsame Tage eröffnen. So lässt sich der Aufenthalt nach Fahrniveau, Interessen und dem Anteil an Aktivitäten abseits der Pisten planen, ohne alle Tage gleich zu gestalten.

  • Das Pistennetz der Gerlitzen Alpe umfasst 34 Skiabfahrten aller Schwierigkeitsgrade auf 53 Kilometern bestens präparierter Pisten sowie 12 Kilometer naturbelassene Skirouten.
  • Die Wanderung Austria-, Slovenia- & Italia-Runde ist 6,87 Kilometer lang und dauert etwa 4 Stunden und 30 Minuten.
  • Die Gerlitzen Alpe bietet befestigte Panorama- und Themenwege zum Spazierengehen und Verweilen.
  • Am Faaker See sorgen vier Strandbäder für praktische Infrastruktur und unbeschwerte Tage.
  • Der naturbelassene Aichwaldsee lädt im Winter zum Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen ein.
  • Der Dobratsch ist in Kärnten seit 2002 als Naturpark geschützt.
  • Der Tierpark Rosegg ist der größte Tierpark im österreichischen Bundesland Kärnten; im Kleintierzoo dürfen Besucher Schafe, Ziegen, Esel, Lamas und weitere Haustiere streicheln und füttern.

Wintersport für unterschiedliche Fahrniveaus

Die Gerlitzen Alpe liefert für erfahrene Skifahrer ebenso wie für Gruppen mit verschiedenen Fahrniveaus einen klaren Vergleichspunkt. Die Kombination aus Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade, präparierten Pisten und naturbelassenen Skirouten beschreibt ein unterschiedlich ausgerichtetes Geländeangebot. Wer mit Kindern oder weniger geübten Personen unterwegs ist, muss dabei nicht dieselben Pisten wählen wie ambitionierte Fahrer; die Eignung für konkrete Personen oder eine bestimmte Altersgruppe ist jedoch nicht pauschal belegt.

Wandern, Aussicht und Natur

Auch außerhalb des Skifahrens gibt es im Raum Villach klar benennbare Anknüpfungspunkte. Beim Gailitzer Kircherl führt ein angelegter Fußweg zu einem Blick über die Orte Gailitz und Arnoldstein. Von Finkenstein aus bietet der Alpe Adria Trail eine Möglichkeit zum Wandern. Diese beiden Angebote setzen unterschiedliche Akzente: Der Fußweg verbindet ein historisches Bauwerk mit einem Aussichtserlebnis, während der Trail als eigene Wanderoption aus Finkenstein heraus beschrieben ist.

Der Dobratsch ergänzt die Naturperspektive mit seinem Schutzstatus als Naturpark. Für die Tagesplanung ist das eine andere Kategorie als ein präparierter Winterweg oder eine Skiabfahrt: Hier steht der geschützte Naturraum im Mittelpunkt. Eine Unterkunft in Villach kann daher als Ausgangspunkt für einen Aufenthalt betrachtet werden, in dem Wintersport, Spaziergänge und Naturbeobachtung nebeneinanderstehen, ohne dass daraus eine bestimmte Erreichbarkeit oder ein gemeinsamer Wegverlauf folgt.

Gemeinsame Erlebnisse zwischen Tierpark und See

Der Tierpark Rosegg verbindet den Besuch des größten Tierparks im österreichischen Bundesland Kärnten mit einem Kleintierzoo, in dem Schafe, Ziegen, Esel, Lamas und weitere Haustiere gestreichelt und gefüttert werden dürfen. Zwischen Schloss und Tierpark liegt außerdem das Labyrinth Rosegg mit mehr als 3.000 Hainbuchen. Beide Ziele bieten damit konkrete Anlässe für gemeinsame Unternehmungen, unterscheiden sich aber in ihrem Charakter: Im Kleintierzoo steht der unmittelbare Kontakt mit Haustieren im Vordergrund, im Labyrinth die Orientierung zwischen den hohen Hainbuchen.

Am Faaker See sorgen vier Strandbäder für praktische Infrastruktur und unbeschwerte Tage. Für Ihren Aufenthalt ist dieser See damit eine Ergänzung zum Berg- und Kulturprogramm.

Kulturgeschichte in Arnoldstein und Umgebung

Die Klosterruine Arnoldstein geht auf ein einst mächtiges Benediktinerkloster mit einer 800-jährigen Geschichte zurück. Die Restaurierung der Klosterburg Arnoldstein begann 1993. Aufgrund zahlreicher Veranstaltungen in den letzten Jahren hat sich die Klosterruine zum kulturellen Mittelpunkt Arnoldsteins entwickelt.

Das Bunkermuseum Arnoldstein zeigt eine originale Befestigungsanlage des Bundesheeres, die von 1963 bis 1995 errichtet wurde. Dazu gehören verschiedene Bunker, vorbereitete Stellungen und Sperren aus dem Kalten Krieg. Das Museum behandelt damit einen deutlich jüngeren Abschnitt der Geschichte als die Klosterruine. In Arnoldstein steht außerdem der Schrotturm: Er wurde 1814 als Schrotfabrik auf den Mauerresten des 1495 von den Brüdern Fugger erbauten Schlosses Fuggerau errichtet.

Das Gailitzer Kircherl wurde 1490 als Wallfahrtskirche erbaut und ist der heiligen Maria geweiht. In Thörl-Maglern besitzt die Andreaskirche gotische Innenfresken von Meister Thomas von Villach, einer Künstlerpersönlichkeit des 15. Jahrhunderts. Auch die Untergailtaler Festtagstracht gehört zur regionalen Kulturgeschichte: Sie wurde 2018 von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.

Das Greißlermuseum Thörl-Maglern befindet sich in einem Haus, das seit mehr als 300 Jahren als Geschäftshaus genutzt wird. Dort erfahren Besucher, welche Produkte die Menschen zur Zeit Maria Theresias in diesem Laden einkauften. Terra Montana bietet 14 Stationen mit Informationen über historische und moderne Bergbaumethoden sowie über das Leben der Bergleute. Diese Angebote machen unterschiedliche historische Zugänge möglich: Handel und Alltag, Bergbau, Kirchenkunst und militärische Vergangenheit.

Im idyllischen Dorf Nötsch im Gailtal befindet sich das Museum des Nötscher Kreises, ein besonderer Ort österreichischer Kunstgeschichte. Seit seiner Eröffnung am 16. Mai 1998 ist es eine Heimstätte österreichischer Kunst, die insbesondere von vier befreundeten Malern geprägt wurde. In der Keltenwelt Frög wird die geheimnisvolle Zeit der Hallstattkultur lebendig. Vor rund 3.000 Jahren wurden in Frög Angehörige einer Oberschicht mit kostbaren Beigaben wie Schmuck und Waffen unter riesigen Grabhügeln bestattet. Außerdem wurde dort ein europaweit einzigartiger prunkvoller Totenwagen aus Blei gefunden.

Rad, Klettern und winterliche Alternativen

Beim Alpe-Adria-Radweg wurden bei Arnoldstein und an anderen Orten neue Abschnitte geschaffen und mit bestehenden Radwegen verbunden. Für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt sind Zug oder Radbusse möglich; die Radbusse müssen unbedingt vorab gebucht werden.

Der Kanzianiberg bietet von Finkenstein aus eine Möglichkeit zum Klettern. Der naturbelassene Aichwaldsee lädt im Winter zum Schlittschuhlaufen und Eishockeyspielen ein.

Für die Wahl einer Unterkunft in Villach können Sie deshalb zwischen verschiedenen Schwerpunkten abwägen: ambitioniertes Skifahren auf der Gerlitzen Alpe, Natur- und Wandererlebnisse, Kulturgeschichte in Arnoldstein und Thörl-Maglern oder gemeinsame Aktivitäten am Faaker See und am Aichwaldsee. Diese Orte und Angebote unterscheiden sich deutlich; eine Unterkunftsentscheidung sollte daher an den geplanten Aktivitäten und nicht nur am allgemeinen Namen des Reiseziels ausgerichtet werden.

Weitere Orte für Ihre regionale Orientierung sind Arriach, Stockenboi, Winklern, Feistritz An Der Gail, Petschnitzen, Äußere Einöde, Gerlitzen, Oberfederaun, Arnoldstein, Sankt Magdalen, Riegersdorf, Rosenbach, Goritschach, Laastadt, Innere Einöde, Sankt Andrä, Wernberg, Hohenthurn, Heiligengeist, Schloß Treffen, Treffen Am Ossiacher See, Drobollach Am Faakersee, Sankt Jakob Im Rosental, Köstenberg, Fahrendorf, Pölling, Bad Bleiberg, Villach, Verditz, Landskron, Afritz, Nötsch Im Gailtal und Feld Am See.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kärnten.

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