Perg zwischen Mühlsteintradition, Donau und Wanderwegen
Unterkünfte in Perg
Wer eine Unterkunft in Perg sucht, findet ein Reiseziel mit ungewöhnlich vielen Anknüpfungspunkten für Kultur, Natur und Bewegung. Die Stadt und ihr Bezirk verbinden die Geschichte der Mühlsteinherstellung mit Museen, Burgen, Flusslandschaften und ausgewiesenen Wegen. Für Ihre Planung lohnt es sich daher, die Schwerpunkte des Aufenthalts früh festzulegen: industrielle Vergangenheit, archäologische Einblicke, historische Bauwerke, Wanderungen oder Erholung am Wasser.
Kultur zwischen Mühlsteinen, Burgen und Apothekengeschichte
Das Heimathaus-Stadtmuseum Perg dokumentiert die Geschichte von Perg und seiner Umgebung. Zu den Schwerpunkten gehören die für Perg bedeutende Stein- und Mühlsteinindustrie, Ausgrabungen aus dem Gräberfeld Auhof aus dem 8. bis 10. Jahrhundert sowie Funde aus der Burg Mitterberg. Seit 2004 ist dort außerdem die Dauerausstellung „Kätes Puppenwelt“ mit über 400 Exponaten zu sehen.
Die Mühlsteintradition lässt sich im Mühlsteinmuseum Steinbrecherhaus besonders anschaulich nachvollziehen. Bildmaterial, Steinobjekte und Werkzeuge dokumentieren die Arbeit der Steinbrecher. Zum Museum gehört ein 1802 errichtetes Steinbrecherhaus, in dem eine Stube, eine Kammer und eine Rauchkuchl besichtigt werden können. Die Tradition der Perger Mühlsteinhauer war seit dem Mittelalter von großer überregionaler Bedeutung. In den besten Zeiten wurden in den Perger Mühlsteinbrüchen bis zu 2.000 Mühlsteine gewonnen und in der Monarchie und darüber hinaus verkauft.
Der Scherer-Mühlsteinbruch ist eine museale Freilichtanlage des Stadtmuseums Perg auf dem Gelände eines stillgelegten Sandsteinbruchs in Perg. Der dortige Sandstein entstand aus Sand, der im Tertiär vor 30 bis 40 Millionen Jahren am Ufer eines Meeres in der heutigen Machlandebene abgelagert wurde. Eine andere historische Perspektive bietet das Apothekenmuseum im Schloss Pragstein: Es präsentiert die Geschichte des österreichischen Apothekenwesens und die praktische Arbeit von Apothekern im Laboratorium. Den Grundstock bildet die pharmaziegeschichtliche Sammlung der Apothekerfamilie Aichberger, die insbesondere die Entwicklung kleiner Landapotheken dokumentiert.
Auch außerhalb von Perg eröffnen sich historische Ziele. Die ehemalige Stiftskirche Baumgartenberg verbindet romanische, gotische und barocke Elemente. Ihr Bau begann 1142, im 17. Jahrhundert wurde sie barockisiert; für die Kirche werden Führungen angeboten. Die Burg Clam wurde 1128 erstmals urkundlich erwähnt, war um 1149 im Besitz der Herren von Machland und befindet sich seit 1454 im Familienbesitz der Grafen Clam-Martinic. Das Burgmuseum bietet Führungen mit Rüstkammer, einer gotischen Kapelle aus dem Jahr 1491 und einer Porzellansammlung.
Landschaft, Wasser und Wege im Bezirk Perg
Im Bezirk Perg reicht die Landschaft im Norden vom stark gegliederten Berg- und Hügelland über Mittellagen mit eingelagerten Becken, etwa dem Klamer Becken, bis zu den Donauebenen. Entlang der östlichen Grenze des Bezirks und darüber hinaus bis Ybbs bildet die Donau den Strudengau: ein 25 Kilometer langes Durchbruchstal zwischen steil abfallenden, dicht bewaldeten Hängen und dem Fluss. Auch die Stillsteinklamm und weitere enge Durchbruchstäler gehören zu den von Flüssen und Bächen in die Ausläufer des Granitmassivs eingeschnittenen Tälern auf dem Weg zur Donau.
Für Spaziergänge und Wanderungen stehen unterschiedliche Landschaftsbilder zur Verfügung. Die „PERGER Natur-Erlebensräume“ verbinden ökologisch wertvolle Biotope mit standortgerechter Vegetation durch einen Rundweg. Die Wolfsschlucht ist seit 1997 ein Natur- und Kulturwanderweg. Sie ist eine klammartige Urgesteinsschlucht am Fuß der Burg Kreuzen mit Wasserfällen, Felsformationen, Blockburgen, botanischen und faunistischen Besonderheiten sowie naturnahen Schluchtwäldern. Informationstafeln erläutern dort die Badeeinrichtungen der ehemaligen Kaltwasserheilanstalt Bad Kreuzen.
Der Donausteig bietet zwei klar beschriebene Etappen mit Bezug zu Perg. Die Etappe 4_G03 führt von Mauthausen durch die kultivierte Ebene des Machlandes und über das panoramareiche Mühlviertler Hügelland nach Perg am Nordrand des Machlandes. Die Etappe 4_G04 beginnt am Donausteig-Startplatz „Perg“ im nordöstlichen Bereich des Hauptplatzes und endet am Startplatz „Mitterkirchen“ am Nordende des Sportplatzes nahe dem östlichen Ortsrand. Eine Radtour von Perg nach Grein nutzt das Freilichtmuseum „Keltendorf“ in Mitterkirchen als Rastmöglichkeit und für einen Ausflug in die Vergangenheit.
Ausflugsziele mit unterschiedlichen Interessen
Das Keltendorf Mitterkirchen wurde 1991 nahe dem Platz einer früheren archäologischen Ausgrabung einer hallstattzeitlichen Begräbnisstätte eröffnet und verfügt aktuell über 20 Gebäude. Vor allem für Schulklassen gibt es betreute Angebote zum Töpfern, Fladenbrotbacken, Weben, Spinnen, Blockhüttenbauen, zu Metallarbeiten und zum Bogenbauen. Seit 2011 finden regelmäßig die Archäotechnik-Tage „Prunkwagen und Hirsebrei“ statt, bei denen Experimentalarchäologinnen und -archäologen das Keltendorf bewohnen.
Für warme Tage bietet das Waldbad Perg ein Flussbad mit Liegewiese, das im Sommer zur Erholung einlädt. Zur Ausstattung gehören eine Beach-Volleyball-Anlage, eine Asphaltstockbahn und eine Kneippanlage. Einen nachdenklicheren Schwerpunkt setzt die KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit Informationen zu ihren Ausstellungen und zu Gedenkstätten an ehemaligen Außenlagern des Konzentrationslagersystems Mauthausen. Eine kostenlose Audioguide-App ist für Android und iOS in 12 Sprachen verfügbar.
Perg ist außerdem eine wichtige Verkehrsdrehscheibe für den Bezirk; Bahn, Bundesstraße und Umfahrung erschließen ihn in westöstlicher Richtung. Für die regionale Orientierung können Sie auch Henndorf und Dimbach betrachten. Zum Vergleich weiterer Ziele bieten sich außerdem Bezirk Gmunden, Freistadt, Steyr-Land, Kirchdorf An Der Krems, Rohrbach und Vöcklabruck an.
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