Eisangeln

Eisangeln Eisangeln auf der vereisten Wolga
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Eisangeln hat in vielen Ländern der Erde eine sehr lange Tradition und ist auch in Deutschland beliebt. Beim Eisangeln stellt sich der Angler auf einen gefrorenen See, Fluss oder aufs Meer, bohrt mit einem speziellen Eisbohrer ein Loch ins Eis und angelt mit einer besonderen, sehr kurzen Angel, direkt durch das Eisloch. Der Köder, meist ein kleiner Zocker (Fischimitat aus Metall) oder auch ein Naturköder, kann dabei natürlich nur senkrecht geführt werden.

In einigen Ländern wird um das Eisangeln ein richtiger Kult betrieben. In den USA oder auch in Kanada und Alaska ist es z.B. üblich, ein ganzes Haus mit auf das Eis zu nehmen. Wer nämlich ein Haus einfach mit auf das Gewässer nimmt, braucht nicht draußen in der Kälte zu sitzen sondern kann sich bequem den Ofen anmachen und es sich so richtig gemütlich machen. Diese kleinen, portablen Häuser sind auf einem Schlitten montiert und in der Regel nicht größer als vier oder fünf Quadratmeter.

In den Ländern Skandinaviens und den nördlichen Regionen von Osteuropa ist das Eisangeln auch schon lange populär. Hier, wo die Nächte im Winter sehr lang und die Tage nur kurz sind, geht man mit der ganzen Familie auf die zugefrorenen Flüsse und Seen, angelt durch das Loch im Eis. Das Erleben der Natur, die Gemeinschaft mit der Familie, den Nachbarn, den Freunden steht hierbei im Vordergrund. Nach dem kalten Eisangeln geht’s dann oft gemeinsam in die heiße Sauna („Banja“) und man lässt den Tag gemütlich ausklingen.

Eisangeln entstand ursprünglich aus ganz praktischen Gründen, zur Nahrungsbeschaffung im Winter. Wo genau der Ursprung des Eisangelns lag ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, in den Ländern Skandinaviens und auch bei den Inuit wird es aber schon seit Jahrhunderten gepflegt.

In einigen Regionen, speziell in den angelbegeisterten USA, werden jedes Jahr große Wettkämpfe im Eisangeln ausgetragen. Was in Deutschland verboten ist, ist in den USA Volkssport - Wettkampfangeln. Zu diesen Eisangelveranstaltungen treffen sich hunderte von Anglern und machen untereinander aus, wer in der Lage ist, den dicksten Fisch aus dem eisigen Wasser zu ziehen.

Die Angelschnur beim Eisangeln ist stets monofil, besteht also nur aus einem, synthetischen, Strang. Wäre die Angelschnur geflochten würden Wasser in sie eindringen und sie könnte frieren und evtl. auch brechen.

Foto: Alesia Belaya

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