Eisschnelllauf: Abstoß, Klappschlittschuhe und Bahnwechsel
Historische Aufnahme der Europameisterschaft im Eisschnelllauf in Hamar 1894.
Foto: R. Eriksen
Kurzfakten zum Thema
- Eisschnelllauf ist eine Laufdisziplin auf Schlittschuhen; im Wettkampf entscheidet die gemessene Zeit.
- Auf dem üblichen 400-Meter-Oval laufen Wettkämpfer paarweise auf einer zweibahnigen Anlage.
- Auf der Wechselgeraden tauschen sie die Bahn, um den unterschiedlichen Kurvenlängen Rechnung zu tragen.
- Der seitliche Abstoß und die tiefe Haltung unterscheiden die Technik vom gemütlichen Gleiten.
- Lange Kufen und Klappschuhe ermöglichen einen längeren wirksamen Abstoß.
- Trainingsbahn, Schnupperangebot und Publikumslauf sind unterschiedliche Angebote; der Betreiber legt Zugang und Regeln fest.
Wettkampf und Freizeitlauf
Im Eisschnelllauf zählt die Zeit auf einer festgelegten Strecke. Auf dem 400-Meter-Oval laufen Wettkämpfer paarweise; auf der Wechselgeraden wechseln sie über Kreuz die Bahn, damit sich der Unterschied zwischen Innen- und Außenbahn ausgleicht. Das unterscheidet den Wettkampf vom Publikumslauf, bei dem viele Menschen gemeinsam gleiten. Eine gewöhnliche Eisfläche ist nicht automatisch für schnelles Training vorgesehen.
Abstoß und Schlittschuhe
Der Vortrieb entsteht vor allem durch einen seitlichen Abstoß: Das belastete Bein drückt schräg nach außen, während das andere Bein das Körpergewicht übernimmt. Die Kufe bleibt dabei auf ihrer Längsrichtung in Bewegung und greift mit ihrer Kante ins Eis; sie wird nicht wie beim Gehen nach hinten geschoben. Deshalb braucht die Technik eine tiefe, kontrollierte Haltung und eine sichere Gewichtsverlagerung.
Eisschnelllaufschuhe haben lange, schmale Stahlkufen. Beim Klappschlittschuh ist die Kufe am Vorfuß beweglich befestigt: Am Ende des Abdrucks kann sich die Ferse samt Schuh von der Kufe heben, während die Kufe noch über das Eis gleitet. So lässt sich der Abstoß länger ausführen. Schuh, Bindung und Kufen müssen zur Nutzung passen und sicher sitzen; beschädigtes Material gehört nicht aufs Eis. Die Hinweise zum Eislaufen betreffen dagegen das Freizeitgleiten.