Chieti: Archäologie, Museen und Stadtgeschichte
Chieti liegt auf einem 330 Meter hohen Hügel und bietet Ausblicke auf das Meer und die umliegenden Berge. Das historische Zentrum ist kompakt und bequem zu Fuß zu erkunden: Alte Straßen führen an Denkmälern, Kirchen, Plätzen und historischen Geschäften vorbei. Für die Tagesplanung lassen sich Stadtspaziergänge, Museen, archäologische Orte und unterirdische Zeugnisse nach unterschiedlichen Schwerpunkten verbinden.
Stadtbild
Ein markanter öffentlicher Ort ist die Villa Comunale. Sie besteht aus mehreren terrassierten Ebenen mit italienischen Gärten, einem kleinen Wald, beleuchteten Teichen, Wegen und Steinbrücken. Zu der Anlage gehört außerdem eine kleine, von Wasser umgebene Halbinsel für kleinere Aufführungen. In der Villa Comunale befindet sich auch das von Pietro Canonica geschaffene Monumento ai Caduti della Guerra 1915-18.
Archäologie
Das römische Amphitheater della Civitella stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und diente Gladiatorenkämpfen. Es ist elliptisch geformt; erhalten sind Teile der Arenamauer und der Ehrentribüne. Die Tempietti Romani gelten als ältester Kultort von Chieti und bestehen aus drei benachbarten Tempeln. Wahrscheinlich wurden sie in einem Gebiet errichtet, das bereits im 5. bis 4. Jahrhundert v. für die Verehrung von Gottheiten genutzt wurde.
Unter dem heutigen historischen Zentrum liegt Chieti Sotterranea, eine unterirdische Stadt. Dort ist ein teilweise erhaltenes System aus Zisternen und Tunneln bewahrt; einige unterirdische Räume wurden während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker genutzt. Die Terme Romane von Chieti stammen aus dem 2. Jahrhundert n. und liegen im östlichen Teil der Stadt. Das Sito archeologico di Teate Marrucinorum in Chieti bewahrt ein Mosaikbild mit dem Dreizack Neptuns, einem Delfin und zwei Hippokampen.
Das Museo Archeologico Nazionale La Civitella befindet sich auf dem Gipfel der Akropolis des antiken Chieti. Es zeigt Funde, die die Entstehung und Entwicklung der Stadt anhand von Funden aus dem einst von den Marrucinern bewohnten Gebiet veranschaulichen. Dafür bietet das Museum drei Rundgänge mit den Titeln „L’inizio della storia urbana“, „Da Roma a ieri“ und „La terra dei Marrucini“. Zu den wichtigen Fundstücken in Chieti gehört außerdem der Guerriero di Capestrano, eine lebensgroße Statue aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die einen König der Vestiner in militärischer Tracht darstellt.
Museen
Das Museo Archeologico Nazionale d’Abruzzo dokumentiert die Kultur des antiken Abruzzenraums von der Vorgeschichte bis zur späten Kaiserzeit. Hinzu kommt eine numismatische Sammlung mit Münzen aus dem 4. bis 19. Jahrhundert. Eine spezialisierte Bibliothek des Museums umfasst etwa 13.000 Bände.
Das Museo D’Arte Costantino Barbella befindet sich im aus dem 17. Jahrhundert stammenden Palazzo Martinetti. Es umfasst fünf Bereiche mit Gemälden, Skulpturen von Barbella, Arbeiten auf Papier, Gemälden des Premio Michetti und Keramiken aus Castelli. Außerdem zeigt das Museum Tafeln aus dem 15. Jahrhundert, neapolitanische Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie Werke der abruzzischen Künstler Cascella und Michetti.
Das Museo Universitario d’Annunzio ist ein wissenschaftliches Museum mit Schwerpunkten in den Naturwissenschaften und der Wissenschaftsgeschichte. Weitere Themenbereiche sind biologische, medizinische, archäologische, anthropologische und paläontologische Inhalte. Das Museum erstreckt sich über mehr als 1.500 m² auf drei Etagen und ist in zwölf Bereiche gegliedert.
Das Museo Diocesano Teatino bewahrt historisch-künstlerisches Material aus dem Palazzo Comunale, der Cattedrale di San Giustino und weiteren Kirchen des Diözesangebiets. Zu sehen sind Kunstwerke und liturgische Ausstattungsstücke aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Die Cattedrale di San Giustino besitzt drei durch Säulen getrennte Schiffe, die in drei Apsiden enden; das Mittelschiff ist mit einem lunettierten Tonnengewölbe überdeckt. In ihrer Krypta werden die Reliquien des Heiligen bewahrt, die Krypta weist eine schlichte mittelalterliche Bauweise auf.
Das Teatro Marrucino wurde von 1813 bis Dezember 1817 auf den Umfassungsmauern der ehemaligen entweihten Kirche S. Stefano e S. Ignazio errichtet.
Natur und Umgebung
Der Zugang zum Giardino dei Semplici ist während der Öffnungszeiten der Universität frei und kostenlos. In der näheren Umgebung von Chieti befinden sich das Museo d'Arte C. Barbella, der Palazzo de Mayo, Trifoglio Arte und der Palazzo De Pasquale. In der Umgebung liegen außerdem Spiaggia Pescara, Spiaggia Postilli, Spiaggia del Foro di Ortona und Spiaggia di Foro.
Weitere Ortsseiten: Pizzoferrato, Guardiagrele, Pennapiedimonte, Casacanditella, Lama Dei Peligni, Pretoro, San Martino Sulla Marrucina, Gamberale, Roccamontepiano, Borrello, Taranta Peligna.
Anreise
Wer aus dem Norden anreist, kann die Autobahn A14 Bologna–Bari bis zur Ausfahrt Pescara Ovest–Chieti nehmen und anschließend über die SS 656 in Richtung Chieti Centro weiterfahren. Mit der Bahn ist Chieti über die Strecke Pescara–Rom erreichbar; mehrere Regionalbahnlinien verbinden die Stadt außerdem unter anderem mit Teramo und Sulmona.
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